Niederense (um 1910)
Im Vordergrund der Bahnhof mit
der Trennung von Normal und Schmalspur, im Hintergrund, das Kloster Himmelpforten.
Es wurde 1943 durch die Möhnekatastrophe
zerstört.
1894
Der Kreistag in Soest beschließt
auf Grundlage des preußischen Kleinbahngesetzes die Gründung
einer Bahnlinie von Hovestadt über Oestinghausen - Soest - Ostönnen
- Niederense nach Neheim. Sowie eine Stichstrecke von Ostönnen nach
Werl.
1898
Eröffnung der Strecke mit
einem Sonderzug am 1,5,1898 um 6:30 Uhr ab Bahnhof Neheim. Die Gesamtlänge
der Strecke beträgt 44,6 Km
Bau der Strecke um 1898 vermutl.
in Soest
1899
Der Kreistag Hamm beschließt
die Kleinbahnen Hamm - Rhynern - Werl und Hamm - Lippborg - Oestinghausen
1901
Inbetriebnahme der Strecke Hamm
- Rhynern - Lippborg
1903
Am 29,01,1903 wird die Ruhr - Lippe
Kleinbahn als Bau und Betriebsgesellschaft der Bahnen der Kreise Soest
und Hamm gegründet. Die Städte Arnsberg und Neheim folgen später
1904
Inbetriebnahme der Strecke Hamm
- Lippborg - Oestinghausen
1904 - 1905
In diesem Geschäftsjahr erreicht
die RLK ihr größtes Transportvolumen. Es werden 125000 Tonnen
Güter und 566000 Personen transportiert.
1907
Die Strecke nach Neheim wird über
Hüsten, Bruchhausen und Niedereimer nach Arnsberg Jägerbrücke
verlängert.
Arnsberg Jägerbrücke
1908 - 1912
Der Bau der Möhnetalsperre.
Die RLK tritt nicht nur als Transportunternehmen für das Baumaterial
auf, sie bricht und bearbeitet es auch in ihrem eigenen Steinbruch in Müschede.
Zu diesem Zweck wird eine Bahn vom Steinbruch zur Weiterverarbeitung in
Hüsten-Ost gebaut.
Bau der Nebenstrecke zur Baustelle
der Mönetalsperre
1911
Der Umbau einiger Strecken auf
Normalspur beginnt. Teilweise wird ein Dreischienengleis verwendet, um
den Betrieb von Schmalspur Fahrzeugen zu ermöglichen.
Bahnhof Möhnetalsperre um1912
1914 - 1918
Während des ersten Weltkrieges
werden viele Angestellte der RLK zum Kriegsdienst eingezogen. Auch ein
großer Teil der Lokomotiven und Waggons wird an die Westfront geschickt.
Nur wenige kehren zurück. Beinahe das gesamte Material verbleibt in
Frankreich und Belgien.
Eine RLK Mallet im Einsatz bei der Heeresfeldbahn
in der Nähe von Verdun
1927
Die Weltwirtschaftskrise erreicht
auch unsere Kleinbahn. Viele Arbeiter, vorallem in den Werkstätten,
müssen entlassen werden. Ihre Arbeit wird von den Heizern übernommen.
Auf den Lokomotiven haben je zwei Lokomotivführer Dienst, der ältere
als Führer, der jüngere als Heizer.
1936
Das Netz der RLK erreicht seine
größte Ausdehnung. Von insgesamt 97,36 Km sind 54,07 Km Schmalspurig,
20,59 Km Dreischienig, und 22,7 Km Normalspurig.
RLK Netzplan von 1937
1939
Aus den Ruhr-Lippe Kleinbahnen
werden die Ruhr-Lippe Eisenbahnen.
1943
Am 17.5.1943 wird die Möhnetalsperre
zerstört. Die Flutwelle zerstört großteile der Strecken
zwischen Möhnesee und Neheim. Über 1500 Menschen kommen ums Leben.
Die Kleinbahn wird zum Wiederaufbau der Talsperre benötigt, daher
wird sie von Pionieren innerhalb weniger Wochen wieder Betriebsfähig
gemacht.
Blick auf die zerstörte Talsperre
mit RLE Trasse im Vordergrund
Zerstörte Trasse im Möhnetal
Der Bahnhof von Niederense nach
der Flutwelle
1944
Die Betriebsanlagen in Soest und
Hamm werden bei Luftangriffen zerstört. Am 2.10.1944 werden der Direktor
der RLE, Wilhelm Heinrich und zwei seiner Mitarbeiter durch eine Fliegerbombe
getötet. Im laufe der Jahre 1944 und 1945 kommt es häufig zu
Tiefflieger Angriffen auf die Kleinbahn bei denen mehrere Angestellte verletzt
und
getötet werden.
1945
Am 05.04.1945, einen Tag vor dem
Einmarsch amerikanischer Truppen, sprengt die deutsche Wehrmacht alle Brücken
über Ruhr und Möhne. Der Verkehr kommt zum erliegen. Vier Tage
später befiehlt die allierte Militärkommandatur den Wiederaufbau
der Kleinbahn. Nur 3 Monate später rollt der Verkehr wieder.
1946 - 1948
Durch den Mangel von Lebensmitteln
in den Städten, kommt es auch in Westfalen zu sogn. "Hamsterfahrten".
Die Befölkerung in den Städten versorgt sich selbst auf dem Land.
In dieser Zeit sind alle Züge der RLE überfüllt. Es werden
1948 mehr als 1.000.000 Fahrgäste befördert.
1951
Der Wiederaufbau in Deutschland
ist größtenteils abgeschlossen. Die "Wirtschaftswunderjahre"
mit ihrem ständig wachsenden Individualverkehr zeichnen sich ab.
Auf Strecke zwischen Niederense
und dem Möhnesee werden täglich nur noch 20 Passagiere gezählt.
Ein Wirtschaftsgutachten empfiehlt die Betriebsumstellung auf den Kraftverkehr.
1952
Die Genehmigung zur Streckennutzung
läuft ab. Sie wird nur für wenige Streckenabschnitte verlängert.
Am 05.10.1952 wird der Personenverkehr auf den Schmalspurstrecken Soest
- Ostönnen - Niederense - Neheim und Werl - Ostönnen sowie
Soest- Hovestadt- Lippborg eingestellt.
Die letzte Fahrt mit Lok 12 von Neheim nach Soest.
Wasserfassen in Niederense
Auf dem Haarstrang. Die Aufschrift auf dem Wasserkasten
lautet:
"Getreulich tat ich immer meine Pflicht und man
mich jetzt vergisst"
1953
01.10.1953 Einstellung des Gesamtverkehrs
auf den Stecken:
Niederense - Ostönnen - Soest
Jakobitor
Niederense - Möhnesee
Hüsten-Ost - Steinbruch Müschede
Werl - Ostönnen
Niederense - Ostönnen - Soest
Soest - Lippborg
Oestinghausen - Hovestadt
04.10.1953 Beschaffung der letzten
Schmalspurlokomotive, einer Deutz Diesellok, für die Reststrecke in
Soest.
26.11.1953 Abbau der Strecke Niederense-Möhnesee
Abbau der Strecke zur Möhnetalsperre, bei
Himmelpforten
1954
Im laufe des Jahres 1954 werden
alle Schmalspurigen Strecken der RLE, ausser Hamm - Werl und der Reststrecke
Soest Jakobitor - Soest Bahnhof (RLE) abgebaut.
Die letzte Fahrt einer Lokomotive durch Niederense,
beim Abbau der Strecke.
1959
Abbau der Gleise in Soest am 22.09.1959.
Am 15.10.1959 wird die Srecke Rhynern
- Werl eingestellt und kurz darauf abgebaut
VT6 auf dem Weg von Ryhnern nach Werl.
1960
Um die, mitten durch die Stadt
verlaufende, Werkbahn der Papierfabrik "Feldmühle" in Arnsberg zu
ersetzen, verlängert die RLE ihre Strecke Neheim-Hüsten - Arnsberg
über ihren Endbahnhof Jägerbrücke hinaus bis zur Feldmühle.
Am 30.06.1960 ist der "Traktionswechsel" vollzogen. Die letzte Dampflokomotive,
eine T3, wird durch eine Deutz Diesellokomotive ersetzt.
1962
Aufgabe der Strecke Hamm -Rhynern
am 04.03.1962
1964
Der Stadtbahnhof in Hamm, sowie
die bereits seit 1954 umgespurte Strecke zwischen Neheim-Möhnestr.
und Niederense werden abgebaut. Auf den Strecken Hamm - Lippborg und Niederense
- Arnsberg Süd (Feldmühle) wird der Personenverkehr eingestellt.
Damit ist der gesamte Personenverkehr auf Busse umgestellt. Das Bahnnetz
ist nur noch 36,7Km lang.
1968
"Der schwarze Montag"
Am 30.12.1968 wird der letzte noch
im Betrieb befindliche Abschnitt der RLE im Sauerland, von Neheim-Hüsten
Kleinbahnhof bis Neheim Möhnestraße letztmalig befahren. Die
Befölkerung nimmt regen Anteil an der Fahrt mit der schwarz verhangenen
V56 durch die Innenstadt von Neheim.
Die letzte Fahrt über den Neheimer Marktplatz.
1970
Am 17.07.1970 wird die letzte Neubaustrecke
der RLE von Hamm-Uentrop zum DuPont Chemiefaserwerk eröffnet.
1973
Von den Westfälischen Landes
Eisenbahnen (WLE) wir der noch bestehende Rest der Möhnetalbahn (einstmals
Soest - Brilon) bis zum Industriegebiet Soest Süd übernommen.
1979
Die Ruhr-Lippe Eisenbahn geht zusammen
mit anderen Verkehrsunternehmen in der Westfälischen Verkehrsgesellschaft
auf. Sie firmiert nun als Regionalverkehr
Ruhr-Lippe GmbH. Damit endet die Geschichte dieser Eisenbahn als eigenständige
Gesellschaft.